11 Nov, 2009
Schultergelenkersatz für Golfspieler
Posted by: Golfwelt-Net | Golf & Golfsport In: Medizin für Golfspieler
Beim Schultergelenk handelt es sich um ein Kugelgelenk, welches als das beweglichste des gesamten Körpers gilt. Dies ist an den Aktionsradien der Arme zu erkennen, welche meist nicht durch das Gelenk, sondern durch die Muskulatur in ihren maximalen Ausschlägen eingeschränkt werden. Dieser starke Aktionsradius, kombiniert mit der ständigen Nutzung der Arme, führt schnell zu Arthrose Erscheinungen - pensionierte Golfspieler kennen das Problem. Es treten also Abnutzungen am Gelenk selbst auf, welche später zu Schmerzen und funktionalen Störungen führen können. Hierbei kann ein Arzt durch Abtasten und den Einsatz medizinischer Geräte klären, ob es sich um eine Arthrose handelt. Bei schweren Fällen kann ein Schultergelenkersatz in Frage kommen. Dies sollte allerdings erst in Erwägung gezogen werden, wenn klassische Therapiemaßnahmen, also meist Physiotherapie und eine gezielte Medikamentenvergabe, keine Erfolge zeigen. Ist dies erfolglos, so kommt eine Schultergelenkprothese für den Golfsportler in Frage.
Die Operation dieser erfolgt erwartungsgemäß unter einer Vollnarkose des Patienten. Nun wird frontal oder von oben ein Einschnitt vorgenommen, welcher die Grundlage für den Eingriff darstellt. Wie viel nun von den vorhandenen Gelenks- und Knochenstrukturen abgetragen wird, hängt von der Schwere der Arthrose, der genauen betroffenen Region und der genauen Art der Prothese ab. So kann der Ersatz die Gelenkpfanne, den Gelenkkopf oder auch umliegende Strukturen betreffen. Daraufhin kommt es zum Einsatz des Schultergelenkersatzes, welches nun natürlich auch noch fixiert werden muss. Dies wird beispielsweise durch eine Zementierung erreicht, durch welche das künstliche Gelenk fest verankert wird und keinerlei Spielraum mehr besitzt. Natürlich bestehen im Zusammenhang mit einer derartigen Operation auch mögliche Komplikationsherde. Als gefahrlos sind spätere Narben und Blutergüsse direkt nach der OP anzusehen. Allerdings kann es auch zu Auftreten von Lähmungserscheinungen im Arm kommen, sollten während der Operation Nervenbahnen beschädigt worden sein. Des Weiteren kann es zu allergischen Reaktionen des umliegenden Gewebes auf den Fremdkörper, die Prothese, kommen. Aber auch das sogenannte Sudeck Symptom ist möglich, bei welchem es zu einem starken Rückgang der Knochendichte der umliegenden Region kommt und dies mit einer Entzündung einhergeht, welche in der Regel Schmerzen verursacht.
Trotz dieser und weiterer möglicher Komplikationen sind die Aussichten auf den Einsatz eines Gelenkes, welches halbwegs die gewohnte Funktionalität und Belastbarkeit wiederherstellt, nicht als schlecht zu bewerten. Dennoch muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass dieses künstliche Gelenk oftmals nicht ein Leben lang hält und zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden muss. Ein Schultergelenksersatz ist insgesamt das Ersetzen eines hochkomplizierten Teil des menschlichen Bewegungsapparates, welches dementsprechend viele Komplikationen mit sich bringt, aber dennoch oft als erfolgreich gewertet werden kann.